Jahresbericht Obmann 2018

 

Das Hermelin (Mustela erminea) ist ein flinker Mäusejäger. Oft wird es aber vom Jäger zum Gejagten. Dann ist eine deckungsreiche Landschaft überlebenswichtig.

 

Das Hermelin bewohnt abwechslungsreiche, offene Landschaften. Den Wald meidet es. Es frisst Fleisch und ist in der Schweiz auf Wühlmäuse spezialisiert. Hermeline leben einzelgängerisch oder in Mutterfamilien. Sie sind reviertreu. 

 

Ein idealer Hermelin-Lebensraum ist gut vernetzt. Er bietet eine Fülle von Verstecken, Jagdgebieten und Wanderachsen: In Wiesen jagt das Hermelin seine Beute. In einer Aufzuchtkammer unter Ästen oder Steinbrocken kommen die Jungen zur Welt. Deckungsreiche Hecken, Krautsäume oder Bachufer erleichtern dem Hermelin-Männchen im Frühling die weiträumige, oft gefahrvolle Suche nach paarungsbereiten Weibchen.   

 

In manchen Landstrichen werden Hermeline immer seltener, weil ihnen geeignete Kleinstrukturen und Wanderkorridore fehlen. Mit dem Hermelin verschwinden auch andere Arten, die auf strukturreiche Landschaften angewiesen sind.

Warum wählt Pro Natura das Hermelin zum Tier des Jahres?©

 

 

Mit der Wahl des Hermelins ruft Pro Natura dazu auf, unseren Kulturlandschaften wieder zu einem strukturreichen Netz von Lebensräumen zu verhelfen. Das dient nicht nur dem Hermelin, sondern auch vielen anderen Tier- und Pflanzenarten.

 

Pro Natura führt selber Vernetzungsprojekte durch und schafft in ihren eigenen Naturschutzgebieten Lebensraum für das Hermelin. In der Kampagne «Freie Bahn für Wildtiere!» setzt Pro Natura sich für den Schutz und die Wiederherstellung von Wanderkorridoren für Wildtiere ein.

 

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Hermeline brauchen Kleinstrukturen wie diesen Steinhaufen

 

 

 

 

 

Alles Wiesel oder was?

 

Wiesel, Hermelin, Mauswiesel, Grosses Wiesel – wer ist was oder ist alles dasselbe? Des Rätsels Lösung: «Wiesel» ist der Oberbegriff für die beiden Arten Hermelin (Mustela erminea) und Mauswiesel (Mustela nivalis). Beide Arten sind in der Schweiz heimisch.

 

Das Hermelin wurde früher auch als «Grosses Wiesel» bezeichnet. Beide Wieselarten gehören zur Familie der Marderartigen, sind also verwandt mit Stein- und Baummarder, Iltis, Fischotter und Dachs.

 

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Weisser Bauch, brauner Rücken, schwarze Schwanzspitze: Ein Hermelin im Sommerkleid flitzt vorbei

 

 

Porträt: Flinker Flitzer mit zwei Anzügen

 

Gertenschlank, durchschnittlich rund 300 Gramm schwer und etwa so lang wie ein Schullineal: Diese Körpereigenschaften machen es dem Hermelin leicht, durch Mausgänge, Asthaufen oder Gestrüpp zu stöbern. Wenn es nicht ruht, ist das Hermelin quirlig unterwegs. Es schlägt gelegentlich akrobatische Kapriolen. Die Wissenschaft hat für diese Tanzeinlagen noch keine schlüssige Erklärung. Eng anliegende Ohren, kurze Beine und Tasthaare an der Schnauze vervollkommnen das Bild des Tunneljägers. Grösse und Gewicht von Hermelinen variieren je nach Lebensraum stark. Tiere aus dem Alpenraum sind kleiner als Artgenossen aus dem Mittelland. Männchen sind (im gleichen Lebensraum) grösser als Weibchen. 

 

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Im Winter trägt das Hermelin ein weisses Fell. Der Fellwechsel wird durch die Tageslänge und durch die genetischen Eigenschaften des einzelnen Tieres ausgelöst

 

 

Das Rückenfell des Hermelins ist im Sommer rotbraun gefärbt, der Bauch gelblich-weiss. Im Winter nimmt das ganze Fell eine schneeweisse Färbung an. Ein einziger Fellbereich bleibt ganzjährig in sattes Schwarz getaucht, nämlich die üppige Schwanzquaste. Sie ist das sichere Unterscheidungsmerkmal des Hermelins gegenüber seinem sehr ähnlich aussehenden kleinen Verwandten, dem Mauswiesel. 

 

Das Tier des Jahres 2018 ist gesetzlich geschützt. Die Bestände des Hermelins in der Schweiz sind nicht bekannt. Es wird zwar nicht als bedroht eingestuft, Fachleute gehen aber von einem Bestandesrückgang aus. Hermeline sind in der Schweiz von den Tallagen bis in Höhen von 3'000 Metern verbreitet.

 

Der Schrecken der Schermaus

 

Die sprichwörtliche wieselflinke Beweglichkeit des Hermelins hat ihren Preis. Das schlanke Hermelin braucht viel Energie, um sich warm und fit zu halten. Bis zu 40 Prozent seines Körpergewichtes muss es sich täglich erjagen. 

 

In der Schweiz ist das Hermelin auf Wühlmäuse spezialisiert, wobei es Schermäuse (Arvicola terrestris) bevorzugt. Die pummeligen Wühlmäuse leben unterirdisch in Wiesen und werfen dort die bekannten Haufen auf. In der Landwirtschaft ist das Hermelin daher als Mäusejäger sehr willkommen. Es frisst durchschnittlich ein bis zwei Mäuse pro Tag. Bei der Jungenaufzucht im Frühjahr steigt der Bedarf noch an. Im Gebirge, wo die Schermaus fehlt, weicht das Hermelin auf die Schneemaus (Chionomys nivalis) aus. Jagdstreifzüge können ein Hermelin über mehrere Kilometer führen. Wenn die Leibspeise einmal rar ist, weicht das Tier des Jahres 2018 auf andere Mausarten, Vögel und Insekten aus oder kostet gar einen vegetarischen Snack.

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Cisakowski

 

Fette Beute: Das Hermelin tötet sein Beutetier blitzschnell durch einen Biss ins Genick

 

 

Fortpflanzung: Warum schon Babies schwanger werden

 

Das Hermelinweibchen wirft zwischen März und Mai, gut geschützt in einer Nesthöhle, seine Jungen. Die Männchen streifen derweil rastlos durch Felder und Wiesen, um paarungsbereite Weibchen zu suchen. Noch während sie säugen, sind die Weibchen nämlich schon wieder paarungsbereit. Noch erstaunlicher: Auch die weiblichen Jungtiere sind schon geschlechtsreif, kaum haben sie im Alter von drei Wochen die Augen geöffnet und erstmals Fleisch gefressen. Die Männchen hingegen werden erst im Alter von 1 Jahr zeugungsfähig, wodurch Inzucht weitgehend ausgeschlossen ist. Ende Sommer, wenn die Jungtiere sich eigene Reviere suchen müssen, sind alle weiblichen Hermeline schon wieder tragend. Doch dann ist erst mal Pause. Das Embryo legt in der Gebärmutter eine Keimruhe ein. Erst im Vorfrühling des folgenden Jahres wird die Entwicklung weitergehen und die nächste Generation der kleinen Beutegreifer wird federleicht, weissflaumig und blind zur Welt kommen.

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Wettergeschützt und trocken muss das Brutnest sein, in dem das Hermelin-Weibchen seine Jungen wirft

 

 

 

 

 

Feinde auf zwei und vier Beinen       

Das Tier des Jahres 2018 hat viele natürliche Feinde. Für Füchse, Greifvögel, Eulen, Störche oder Graureiher ist das Tier ein willkommener Happen. Hauskatzen und Hunden geht das Hermelin ebenfalls aus dem Weg. Feind Nummer 1 ist aber der Mensch. In der Schweiz sind zwar die Zeiten vorbei, als Hermeline im Winterfell als begehrte Pelztiere gefangen wurden. Auch die Dezimierung als «Raubzeug» gibt es hierzulande nicht mehr. Doch verheerender als alle Fallen ist für das Hermelin die Ausräumung und Zerschneidung der Landschaft.

 

 

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Lauf, Hermelin, lauf! Das dichte Strassennetz in der Schweiz fordert eine unbekannte Zahl an Opfern unter der Hermelin-Population

 

 

 

 

 

Heimat ist, wo Verstecke sind

Für das Hermelin ist die Welt dort in Ordnung, wo etwas «Unordnung» herrscht. Ein Steinhaufen hier, ein ungemähter Wiesenstreifen dort, ein Bächlein oder eine Hecke dazwischen: Das Hermelin braucht gut vernetzte Kleinstrukturen. Das Tier des Jahres 2018 ist deshalb auf eine naturfreundliche Landwirtschaft angewiesen. Dabei ist es nicht übermässig anspruchsvoll. Selbst in intensiv genutzten Gebieten kann der kleine Beutegreifer leben, wenn ein Minimum an Kleinstrukturen und Wiesland vorhanden ist. Je mehr Landwirtinnen und Landwirte solche Kleinstrukturen anlegen und pflegen, desto eher stellt sich ein Hermelin als Mäusejäger in ihren Dienst.  Vielfältige Kleinstrukturen bieten auch vielen anderen Tierarten unentbehrlichen Lebensraum. Dringend nötig sind für das Hermelin auch mehr gefahrlose Über- und Unterquerungen von stark befahrenen Verkehrswegen.

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Ein möglichst dichtes Netz von Unterschlüpfen, Deckung und Wanderkorridoren ist für das Hermelin überlebenswichtig – und für viele andere Tierarten auch

 

 

 

Rauf und runter: Die Hermelin-Population

 

 

Unregelmässig kommt es zu «Mäusejahren», in denen sich die Schermäuse besonders stark vermehren. Das Hermelin reagiert auf den reich gedeckten Tisch mit erhöhter Vermehrung. In normalen Jahren wirft das Hermelinweibchen 4-6 Junge. In einem Mäusejahr können bis zu 14 Junge geboren werden. Die Hermelin-Population steigt, verwaiste Wohngebiete können wieder besiedelt werden. Das bricht die Spitzen der explosionsartigen Mäusevermehrung. Doch das Hermelin-Hoch währt nur kurz. Von den Jungtieren stirbt mindestens die Hälfte schon im ersten Winter. Das Durchschnittsalter einer Hermelinpopulation liegt bei nur 1-2 Jahren. In Gefangenschaft können die Tiere ein Alter von 8 Jahren erreichen.

 

 

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Die sommerliche Begegnung mit einer Hermelin-Mutterfamilie ist ein seltener Glücksfall und währt meist nur sehr kurz

 

 

TOTALREVISION

 

Der Kanton Solothurn hat ein neues Jagdgesetz.

 

 

Das bisherige alte Jagdgesetz des Kantons Solothurn war seit 29 Jahren in Kraft. Eine Totalrevision drängte sich deshalb auf. In dieser Zeit hat ein grosser Wandel in rechtlicher, jagdlicher und gesellschaftlicher Hinsicht stattgefunden. Der Bund habe auf diesen Wandel reagiert und die Rahmengesetzgebung im Jagdbereich in mehreren Etappen angepasst. Dies sei einer der Hauptauslöser für die Totalrevision der gesamten Jagdgesetzgebung im Kanton gewesen

 

Nicht nur die rechtlichen Vorgaben hätten sich geändert, sondern auch in der Natur hätten grosse Umwälzungen stattgefunden. «So sind während dieser Zeit die Grossraubtiere zurückgekehrt, der Rothirsch hat seinen Weg von den Alpen durch das Mittelland in den Jura gefunden, der Biber ist in unseren Gewässern wieder heimisch geworden und die Wildschweine eroberten grosse Teile der Schweiz zurück»

 

 

Das neue Jagdgesetz war in enger Abstimmung mit den Jagdkreisen erarbeitet worden und wurde vom Kantonsrat im letzten November 2017 verabschiedet. Im Rahmen dieses neuen Gesetzes hat der Regierungsrat nun mit der neuen Jagdverordnung per 1. Januar 2018 die rechtlichen Bedingungen geschaffen, damit die Jagd in Form des traditionellen Reviersystems den neuen Ansprüchen an eine nachhaltige Nutzung und an den Arten- und Tierschutz gerecht bleiben kann. So sollen zum Beispiel die Jagdvereine weitgehend frei sein bei der Planung der Jagd des Rehs und der Wildschweine, wenn kein problematischer oder untragbarer Wildschaden auftreten.

 

Leinenpflichtdauer verlängert

 

Mit der Totalrevision des Jagdgesetzes wurde auch der Erlass «Verordnung über das Halten von Hunden vom 6. März 2007» geändert: Die Leinenpflicht für Hunde im Wald und in einem 100 Meter breiten Streifen ausserhalb des Waldes wird per 2018 verlängert und soll neu vom 1. April bis zum 31. Juli gelten.

 

Die jetzt geltende Leinenpflicht im Mai und Juni wird dem geforderten Schutz der Wildtiere nicht gerecht, weil die Setz- und Brutzeit vieler einheimischer Wildtiere über diese Zeit hinaus dauert. Die neue Dauer der Leinenpflicht entsprecht der Leinenpflichtdauer der Nachbarkantone Aargau, Basel-Landschaft und Luzern und solle verhindern, dass Hundehalterinnen oder Hundehalter dieser Nachbarkantone in den Kanton Solothurn ausweichen, um ihre Hunde hier frei laufen zu lassen.

 

 

Rechte und Pflichten neu geregelt

 

Neu im Gesetz finden sich von den Kantonen entwickelte, einheitliche Kriterien für die Anerkennung des vom Bund verlangten Treffsicherheitsnachweises. Im neuen Gesetz werden klare Abgrenzungen der Rechte und Pflichten zwischen dem Jagdverein und den einzelnen Vereinsmitgliedern niedergeschrieben.

 

Die unbeschränkt solidarische Haftung der Mitglieder wird auch künftig verlangt, damit ein Zuschlag für ein Revier erfolgen kann. Die Solothurner Jagdreviere sollen zudem weiterhin primär an Jagdvereine verpachtet werden. Die maximale Beschränkung der Anzahl Vereinsmitglieder wird abgeschafft.

 

Revierübergreifende Jagdplanung

 

Da Wildtiere wie der Rothirsch oder die Gämsen nur revierübergreifend nachhaltig reguliert werden können, erfolgt künftig für diese Wildtierarten, sowie in Gebieten mit untragbaren Wildschäden, eine revierübergreifende Jagd- und Abschussplanung.

 

Die Beteiligung der Jäger an den Wildschweinschäden wird im neuen Gesetz von 50 auf 35 Prozent reduziert. Zudem wird die maximale Schadenbeteiligung pro Kalenderjahr auf die Höhe des Mindestpachtzinses festgelegt.

 

Finanziell hat das neue Gesetz keine Auswirkungen. Der Jagd- und Fischereifonds wird aufgehoben und der Mittelzufluss aus den Einnahmen sowie der Mittelabfluss für die Finanzierung von Aufgaben im Bereich Jagd und Fischerei künftig in der laufenden Rechnung ausgewiesen.

 

Die Totalrevision des Jagdgesetzes und die gleichzeitig vorgenommenen Änderungen am Fischereigesetz wurden mit 90 zu 0 Stimmen bei vier Enthaltungen gutgeheissen. Der geänderte Gebührentarif wurde mit 93 zu 0 Stimmen genehmigt.

 

 

 

 

 

Von der Einfachen Gesellschaft zum Vereinsrecht

 

 

 

Im Zusammenhang mit dem neuen Jagdgesetz waren die 16 Jagdgesellschaften beschäftig die Umwandlung vorzunehmen von der einfachen Gesellschaft zum Vereinsrecht. Was ich gesehen und gehört habe, wurde der Wechsel,

 

  1. Liquidation der Jagdgesellschaft

  2. Gründungsversammlung

  3. Neue Vereinsstatuten

  4. Etc.

    hervorragend umgesetzt.

 

 

Jägerprüfung

 

Auf Schloss Waldegg durften 3 Absolventinnen und 24 Absolventen der Solothurner Jagdprüfung ihre Fähigkeitsausweise entgegennehmen. Vorher mussten Prüfungen, die durch eine zehnköpfige, vom Regierungsrat eingesetzte Kommission abgenommen wurden, absolviert werden. Zugelassen werden nur Kandidaten, die alle

 

theoretischen Module besucht und während des Jagdlehrgangs auch die obligatorischen hegerischen Tätigkeiten zugunsten der Wildtiere und ihrer Lebensräume nachweislich absolviert haben. In Theorie geprüft werden die Fächer Wildtierbiologie, Wild und Umwelt, Jagdpraxis,

 

 

 

 

v.l.n.r.  Käser Ueli, Bubendorf Yves, Wiggli Thomas, Schmid Sven, Halbeisen Beatrix, Koller Mark, Manser Gian-Luca und Sturm Verena

 

 

 

Geschichte, Gesetz sowie Öffentlichkeitsarbeit. An der praktischen Prüfung, die bereits letzten September durchgeführt wurde, mussten die Kandidatinnen und Kandidaten einen Jagdparcours mit gestellten Situationen absolvieren, Distanzen schätzen, den sicheren Umgang mit der Jagdwaffe zeigen und ihre Schiessfertigkeit mit der Kugelbüchse und der Schrotflinte unter Beweis stellen.

 

 

 

 

 

Appell an die Sicherheit

 

Daniel Hiltbrunner, Präsident der Prüfungskommission, begrüsste unter den Anwesenden im Besonderen natürlich die neuen Jägerinnen und Jäger. Er zollte ihnen Anerkennung: «Jetzt habt ihr es geschafft. Das Ziel, worauf ihr die letzten anderthalb Jahre hingearbeitet habt, wofür ihr eure Freizeit eingesetzt habt und womit ihr sicher auch manchmal das Verständnis eurer Familien und Partner strapaziert habt.» Er appellierte an die Verantwortung, die auf die neuen Jägerinnen und Jäger zukomme: Sicherheit im Umgang mit Waffen, Zusammenarbeit mit Forst- und Landwirtschaft, Weitergabe von Wildbret an Dritte sowie Auftreten gegen aussen.

 

 

 

Im Durchschnitt 40 Jahre alt

 

Das Durchschnittsalter der Absolventinnen und Absolventen betrug 40 Jahre. Der älteste der neuen Jäger ist 66 Jahre alt, der jüngste 19. Es ist Mark Koller aus Flüh. Er absolvierte den Lehrgang im Revier Rodersdorf. Durch einen Freund habe er zur Jagd gefunden. In der Folge ging er ein paarmal als Treiber mit und fand Gefallen an der Freizeitbeschäftigung. Er erklärte: «Das Jagdlehrjahr war intensiv, weil ich daneben noch eine private Ausbildung mache, aber auch interessant und lehrreich. Vor allem die spannende Zeit, die man in der Natur verbringen kann, war alle Mühen wert.» Die Feier wurde musikalisch umrahmt von Jagdhornbläsern aus dem «Buechibärg» unter der Leitung von Ueli Haas.

 

 

Hubertusmesse vom 11. November 2018

 

Einige Gedanken aus meiner Ansprache anlässlich der Hubertusmesse in Metzerlen.

 

 

 

Ehrenschild

 

Jäger haben eine Ehre. Das beinhaltet, dass wir dafür Verantwortung tragen. Ehre mag auch bedeuten:

 

Wertschätzung, Hochachtung, Achtungswürdigkeit, Respekt

 

Würde, Stolz, Wertgefühl, Selbstgefühl, Ansehen ….

 

 

 

Ehre verdient meiner Ansicht nach, wer richtig und gut handelt. Ein Jäger handelt richtig und gut, wenn er als Erstes seine eigenen, persönlichen Interessen nicht in den Vordergrund stellt. Unser Tun soll in erster Linie den Wildtieren dienen und der Erhaltung und Verbesserung der Wildtierlebensräume. Diese wiederum werden von vielen anderen Menschen und Interessengruppen genutzt und beansprucht. Der Lebensraum der Wildtiere und die Gebiete wo wir jagen sind in letzter Zeit ziemlich eng geworden. Viele Augen schauen auf uns Jäger und auf unser Tun. Nicht nur menschliche, auch die von Wolf, Bär und Luchs. Umso mehr ist es unsere Aufgabe, die Jagd und alles was damit verbunden ist, richtig und gut auszuführen. Nicht gegen andere Naturnutzer ankämpfen, ob sie nun Pfoten haben oder Bergschuhe tragen, sondern das gemeinsame Ziel zwischen allen Naturnutzern finden. Dieses könnte sein, dass wir alle einen gut funktionierenden Naturhaushalt wünschen, und jeder das dazu beiträgt, was ihm möglich ist. Die Wildtiere sind ein Teil dieses Naturhaushalts, ein ökologisch gut strukturierter Wald, eine nicht zu intensive Landwirtschaft, rücksichtsvolle Sportler und Wanderer, eine reiche Vogel- und Insektenwelt, Pilze und Blumen gehören ebenfalls dazu. Wer Ehre hat, hat auch Verantwortung und getraut sich, in der Öffentlichkeit hinzustehen und offen zu sagen was er denkt und was er tut und er kann dazu stehen, weil - oder wenn es - richtig und gut getan ist.

 

 

 

Vorstandswesen JVDT

 

 

 

Der Vorstand konnte an seinen zwei Sitzungen die Geschäfte speditiv und abschliessend behandeln.

 

Das Vereinsjahr war im Grossen und Ganzen ruhig.

 

 

 

Jedoch haben wir noch offene Punkte wie;

 

  • -Überarbeitung resp. Anpassung der Statuten im Zusammenhang mit dem Vereinsrecht.

  • Neues Reglement (Statuten) der Schiessplatzkommission (SPK)

  • Pflichtenheft Standchef der Schiessplatzkommission

 

Gamshegeräume

 

Im Hegering Dorneck-Thierstein sind 3 Gamshegeräume bestimmt worden.

 

a)     Nordwest, Revier 53, 54, 55 und 68        

 

b)     Zentralnord, Revier 62, 64, 65, 66 und 67

 

c)     Nordost, Revier 56, 57, 58, 59, 60, 61 und 62

 

In verschiedenen Sitzungen mit den Gamshegeräume und an der Präsidenten- und Jagdleitersitzung vom 3. September 2018 sind die verantwortlichen Jäger bestimmt worden.

 

Die Aufgaben sind Gestützt auf 626.12 - Jagdverordnung (JaV)

 

vom 26.09.2017 (Stand 01.01.2018) Der Regierungsrat des Kantons Solothurn

 

gestützt auf § 38 Absatz 1 des Jagdgesetzes (JaG) vom 9. November 2016

 

beschliesst:

 

 

 

§ 19

 

Abschussplan für Rothirsch und Gämse

 

1 Die Fachstelle teilt den Kanton in Wildräume für Rothirsch und Gämse ein.

 

2 Die Jagdvereine organisieren sich innerhalb dieser Wildräume in Hegegemeinschaften.

 

3 Die Hegegemeinschaften sind insbesondere zuständig für:

 

a)

die koordinierte Erfassung der Rothirsch- und Gämsbestände;

 

 

 

b)

das Einreichen eines Antrages für den Abschussplan in ihrem Wildraum nach Tierart, Geschlechts- und Altersklassen an die Fachstelle zwecks Koordination gemäss Absatz 4;

 

 

 

c)

die Verteilung der Abschusskontingente für Rothirsch und Gämse auf die Jagdvereine;

 

 

 

d)

die Organisation einer möglichen verlängerten Jagdzeit auf Rothirsch und Gämse.

 

4 Die Fachstelle hört die zuständigen Forstdienste an und koordiniert die Abschusspläne und Jagdzeiten zuhanden der Jagdkommission.

 

5 Das Departement legt die Abschusspläne für Rothirsch und Gämse nach Anhörung der Jagdkommission fest.

 

6 Alle Abschüsse von Rothirschen und Gämsen sind vor der Verwertung der Tiere bei der Fachstelle zu melden. Das Gesäuge ist unverändert am Tierkörper zu belassen.

 

 

 

Ich möchte es nicht unterlassen, den Verantwortlichen mein herzlicher Weidmannsdank auszusprechen. 

 

 

 

Vorstandswesen RevierJagd Solothurn

 

 

 

An 8 Vorstandssitzungen inkl. Quartalsitzungen mit der Jagdverwaltung wurden folgende Themen behandelt

 

  • Leistungsauftäge (Luchsmonitoring, Jungjägerausbildung, Jagdhundeausbildung)

  • Gams-Jagdplanung

  • Revision der Statuten RJSo

  • Wildschadengefährdete Gebiete

     

    Danke

     

 

Herzlicher Weidmannsdank an meine Vorstandskollegen für ihr grosses Engagement und für die konstruktive Zusammenarbeit.

 

Ein grosser Dank geht an

 

  • die Schiesskommission – wir Jäger finden immer eine tadellose und funktionierte Schiessanlage vor.

  • die Hundegruppe – auch hier die immer hervorragende und gut vorbereitete Organisation.

  • den Wildring

  • die Bläsergruppe – die es verstehen u.a. die hl. Hubertusmesse mit anschliessendem Aser zu organisieren und eine Leuteschar bis 300 Personen zu begeistern. 

     

 

wo neben der Erfüllung jagdlicher Pflichten auch weidmännische Tradition und Kameradschaft gepflegt werden.

 

 

 

Wie gewohnt schauen wir gegen Ende Jahre gerne zurück und gleichzeitig über unseren Tellerrand. Dies darf gerne etwas philosophisch oder mit einer Prise Ironie sein.

 

Dabei helfen uns einige Tugenden, die wir unseren „tierischen“ Nachbarn abschauen können

 

 

 

  • die Anpassungsfähigkeit eines Hirsches

  • das Herdengefühl eines Schafes

  • den feinen Geschmacksinn eines Rehes

  • den Scharfsinn eines Fuchses

  • den Fleiss eine Ameise

  • und die Weisheit einer Eule

 

 

 

In diesem Sinne freue ich mich, gemeinsam mit Euch die Zukunft der JVDT zu gestalten und die täglichen Herausforderungen anzupacken.

 

 

 

Euer Obmann

 

Marcel Wyser

 

Kleinlützel, im Dezember 2018